Stacks Image 254

Grove-Moldovan Art-Foundation Braunschweig


Es war zweifellos der vorläufige Höhepunkt in der erstaunlichen Künstlerkarriere von Nicolae Maniu, als er im Mai 2003 in der Opera Gallery - Paris den opulenten Bildband, in dem auf über 347 Seiten das Lebenswerk des Künstlers seit 1974 dokumentiert wird, parallel mit einer großen Einzelausstellung vorstellte.
Begonnen hatte alles 1972 in Rumänien. Als das Ehepaar Grove bei einem ihrer vielen Besuche in Cluj-Napoca (Klausenburg), der Heimatstadt von Dr. Maria Grove geborene Moldovan, in einer Kunstausstellung auf Arbeiten von Nicolae Maniu stießen.
Die Faszination die diese rätselhaften Bilder bei ihnen auslöste, erweckte in ihnen den Wunsch den Künstler kennen zu lernen. Dabei stellte sich heraus, dass Maria Grove und Nicolae Maniu sich vorher schon in Klausenburg begegnet sind.
Diese neue Begegnung sollte dem Leben des Malers aus Siebenbürgen und dem Mann aus Deutschland eine völlig neue Wendung geben.
Grove brachte von dem in seiner Heimat schon bekannten Maler neue Werke mit nach Deutschland. Seine Begeisterung über die fremdartigen Bilder wirkte ansteckend, die ersten Verkäufe für den Künstler erfolgten. Das Regime hatte diese Kunst nicht verboten, aber der Eiserne Vorhang verhinderte den Fluss von Informationen nach beiden Seiten der Grenze. 1983 gelang es Grove mit einer Einladung den Künstler nach Deutschland zu holen. Maniu beschloss dann für immer im Westen zu bleiben.


In Wendeburg bei Braunschweig, dem Wohnsitz der Groves, die mittlerweile schon eine beachtliche Sammlung der Arbeiten Manius besaßen, fand dann auch die erste Ausstellung des Künstlers in Deutschland statt. Hier war auch sein erstes Domizil und auch das Atelier. In nächtelangen heissen Diskussionen wurde der Künstler bestärkt, unbeirrt von all dem Neuen was da auf ihn einstürmte, an seinem Stil fest zu halten. In dem Kunsthaus in Wendeburg entstanden auch die ersten Bilder in denen Menschen oder Gegenstände mit Aluminiumfolie verhüllt wurden.
Maniu war fasziniert von der Glätte des für ihn neuen Materials. Er betrachtete es als eine Herausforderung an sein malerisches Können. Im alten Griechenland soll der Maler Zeuxis um seine Meisterschaft zu beweisen, Weintrauben so naturgetreu auf die Leinwand gebannt haben, dass die Vögel von ihnen fressen wollten.
Maniu gelingt es die Betrachter zu verführen, die Folie auf der Leinwand heimlich zu betasten. Im Haus in Wendeburg entstand das Werk, im Buch auf Seite 85 „Der Mann mit dem Silberhelm“. Nachdem mit dem Erfolg der ersten Ausstellungen in Wendeburg der Grundstein zur finanziellen Unabhängigkeit des Künstlers gelegt wurde, sorgte Grove für Ausstellungsmöglichkeiten in Braunschweig, Göttingen, Köln und München u.a. Orten.
Bald fand sich ein Kreis von Liebhabern und Sammlern.
Grove stellte den Künstler immer wieder der Presse vor, gab Pressemappen und Kunstkarten heraus, die auf das Talent aus dem Karpatenland aufmerksam machen sollten. Maniu konnte seine Familie nach Deutschland ausreisen lassen. In Siegen fanden sie die erste gemeinsame Heimat. Weitere Wohnsitze in Nürnberg und Köln folgten. In Nürnberg entstand als Hommage an Albrecht Dürer das große Gemälde „Ritter Tod und Teufel“, welches jetzt im Dürer-Museum in Nürnberg zu besichtigen ist (Seite 89).
Ausstellungen in ganz Deutschland, später in Italien, der Schweiz und Frankreich folgten. Maniu war jetzt ein international anerkannter und gefragter Künstler, aber immer wieder kam er gern nach Braunschweig zurück, um seinem ersten Galeristen die neuesten Arbeiten vorzustellen.
Volkswagen kaufte „Die Entdeckung einer neuen Zivilisation“ (Seite 138). Ankäufe weiterer bedeutender Firmen schlossen sich an, auch der Kreis der Sammler wuchs ständig. Der Galerist Grove stellte Maniu bei der ART Hamburg und der EUROPA ART in Genf vor. Neue Freunde in Paris und die hohe Wertschätzung die seine Trompe-l’œil Malerei in dieser Stadt erfährt, bewogen den Künstler seinen Wohnsitz dort hin zu verlegen.
Zur Expo 2000 in Hannover präsentierte die ROM-ART Galerie in der großen internationalen Ausstellung „EXPOOL - 2000“ drei neue Werke von ihm zum Thema „Mensch–Natur–Technik“ (Seite 268 und 275). Diese Ausstellung wurde ein Jahr lang als Wanderausstellung in der Region Braunschweig und Hannover präsentiert.
Viele internationale Auszeichnungen und Preise bezeugen die Wertigkeit des Künstlers, die Arbeiten von Maniu sind nun auch in Singapur, Tokio, Miami und New York gefragt.
Jetzt bilden 16 Meisterwerke Öl auf Leinwand von Nicolae Maniu den Grundstock der Stiftung „Grove-Moldovan Art Foundation Braunschweig“.

Das Ehepaar Grove möchte mit dieser Stiftung ihre vielfältigen Tätigkeiten zu Gunsten der „Hilfe zur Selbsthilfe“ in Rumänien und der Region Braunschweig – Peine (ART for Help) für naturwissenschaftliche, kulturelle und soziale Projekte auf eine sichere finanzielle Basis stellen und die Werke dieses Künstlers der Öffentlichkeit zugänglich machen.

Hans A. Richter 2004

leftright

La Recontre - Nicolaea Maniu

Nicolae Maniu, Paris, „La Rencontre“, 1994, Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm